21 Kirchen in Jaranwala angegriffen

21 Kirchen in Jaranwala angegriffen | Religiöse verfolgung Pakistan

Am 16. August 2023 griff ein muslimischer Mob ein christliches Viertel in der pakistanischen Stadt Jaranwala in der Provinz Punjab an, weil zwei junge Christen angeblich den Koran geschändet hatten. Dabei wurden 21 Kirchen und Hunderte von Häusern beschädigt.

Die christliche Siedlung wurde angegriffen, nachdem zwei Christen, Raja Umar und Rocky Masih, der Blasphemie durch Verunglimpfung des Korans beschuldigt worden waren. Lokale Händler schlossen ihre Geschäfte, nachdem in einer Moschee in Jaranwala im Bezirk Faisalabad entsprechende Ankündigungen gemacht worden waren, und ein wütender Mob griff das Viertel Basti Maharanwala an, in dem Tausende von Christen friedlich leben.

Ein Video, das in den sozialen Medien verbreitet wurde, zeigte einen muslimischen Geistlichen, der die Menschen dazu aufforderte, gegen die angebliche Schändung des heiligen Buchs des Islam zu protestieren. „Der Koran wurde in einer christlichen Siedlung geschändet. Alle Geistlichen und Muslime versammeln sich vor der Moschee. Sie frühstücken zu Hause. Wo bleibt Ihre muslimische Leidenschaft? Sie sollten sich engagieren. Blockieren Sie die Straßen. Alle müssen im Rahmen des Gesetzes protestieren“, erklärte der Geistliche in dem Video.

Der Mob überfiel drei presbyterianische Kirchen, eine katholische Kirche, eine Full Gospel Assembly Church, eine Kirche der Heilsarmee und viele kleine protestantische Hauskirchen mit Stöcken, Steinen und Sprengstoff. Die Fenster der Kirchen wurden eingeschlagen und einige Teile der Kirchen wurden bei Brandanschlägen zerstört.

Etwa 500 christliche Familien flohen nach dem Angriff aus ihren Häusern, um ihr Leben zu retten. Ihre Häuser wurden verwüstet und die Geschäfte der Christen stundenlang geplündert, während die Polizei tatenlos zusah.

Diese barbarische Tat ereignete sich unmittelbar nach dem Unabhängigkeitstag Pakistans, der von allen Religionsgemeinschaften der Islamischen Republik gefeiert wurde.

Später wurden beide christlichen Jungen von der Polizei wegen Blasphemie angeklagt und verhaftet. Ein Teil des pakistanischen Blasphemiegesetzes bestraft die Verunglimpfung des Korans mit lebenslanger Haft, während ein anderer Teil die Todesstrafe für jeden vorsieht, der wegen Verunglimpfung des Propheten Mohammed verurteilt wird.

Angriffe auf Kirchen in Pakistan: Eine sich verschärfende Krise

Die steigende Zahl von Angriffen auf Kirchen in Pakistan ist für christliche Gemeinschaften und Menschenrechtsorganisationen zu einem kritischen Problem geworden. Diese Angriffe spiegeln die tief verwurzelten gesellschaftlichen Spannungen und die religiöse Intoleranz wider, unter denen das Land leidet, insbesondere gegenüber religiösen Minderheiten. Die alarmierende Häufigkeit der Angriffe auf Kirchen hat dazu geführt, dass viele Christen um ihre Sicherheit fürchten und kaum Hilfe oder Schutz von der Regierung erhalten.

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